Steine umdrehen

Podcastfolge #75

Podigee

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Neulich habe ich mit jemandem gesprochen, der in der Hierarchie eines sehr großen Herstellers ganz oben in der Qualitätsabteilung steht. Wir kennen uns sehr gut und er fragte mich:

„Ziehen wir diese Dinge eigentlich an?“

Und weiter: „Es ist egal, wo ich hinkomme. Von außen sieht immer alles sehr gut aus. Es blinkt und glitzert, aber wenn man näher hineinschaut, wenn man die ersten Steine umdreht, dann sieht man, was dort alles nicht funktioniert und schon seit Jahren so vor sich hin modert“.

Meine Antwort war „Ja, wir ziehen so etwas an.“

Denn das hat mit einer gewissen Einstellung zu tun, die über Jahre entwickelt werden musste:

  1. Was von außen gut aussieht, muss von innen nicht gut sein.
  2. Wenn alles so aussieht, dass es gut laufen würde, läuft es garantiert nicht.
  3. Was gestern richtig war, hat heute keine Relevanz mehr.
  4. Was heute richtig ist, wird morgen obsolet sein.

Und mit der Bereitschaft, sich der Herausforderung zu stellen.

Ein sehr weiser Mann hat einmal zu mir gesagt: „Je größer das Problem ist, dass du gelöst hast, desto größer wird das nächste Problem sein, das auf dich wartet.“

Daran halte ich mich, denn es birgt auch ein Versprechen in sich:

  1. Je mehr Aufgaben ich bewältige, desto größer wird meine Chance auf Erfolg, auf Aufstieg, auf Sicherung meiner Lebenslage.
    Das ist also ein ganz persönlicher Vorteil, den man daraus ziehen kann.

Aber klar, dafür muss man sich exponieren und bereit sein in den Fahrersitz zu steigen.
Die meisten Menschen schrecken stattdessen davor zurück und machen es sich bequem.

  1. Ignorieren
  2. Wegschauen
  3. Kleinreden
  4. Wegdisktuieren
  5. Nach Hause gehen und vergessen


Wenn das Problem dann angesprochen oder zumindest ein Teil des Systems zusammengebrochen ist, dann kommen Reaktionen wie:

  1. Aufregung: Wie konnte das passieren?
  2. Erst mal ermitteln: WER hat das verursacht?
  3. In alle Welt eskalieren, damit möglichst viele Köche am Brei kochen und die eigene Inkompetenz verdeckt werden kann
  4. Schnellschüsse, die nur Pflaster sind
  5. Schulterzucken, wie die Lösung aussehen könnte
  6. Meetings abhalten, um herauszufinden, ob jemand anderes eine Lösung hat
  7. Meeting beenden, nach Hause gehen, vergessen

Geniale Methoden unseres Geistes, um uns abzulenken und uns nicht damit auseinander zu setzen. Denn die Herausforderung scheint zu groß, zu anstrengend.

Dabei sind die Lösungen meist sehr einfach und haben etwas mit Leadership zu tun. Nur der Aufwand, zur Lösung zu finden, wird größer. Daraus habe ich für mich den folgenden Trugschluss erkannt:

  1. Je größer das Problem ist, desto größer muss die Lösung sein.
    Eine weitere sehr schöne Ausrede, sich vor dem Aufwand der Lösungsfindung zu drücken.

Ich akzeptiere das nicht mehr.
Ich schaue nicht mehr weg und rede auch Probleme nicht mehr klein.

Ich stelle mich dem Problem, egal wie kompliziert und schwierig es ist.
Ich gehe davon aus, dass es sich lösen lässt.

Lieber heute eine Aufgabe gelöst, als morgen noch immer in einem unguten Gefühl zu leben.

Es ist nicht immer leicht zwischen richtig und falsch zu unterscheiden, aber wir besitzen alle die geistige Kompetenz daran zu arbeiten und für uns Erkenntnisse zu entnehmen.

Wollen Sie auch nicht mehr wegschauen, nicht mehr ignorieren, dass es diese Probleme überall gibt? Dann freue ich mich auf Ihre Nachricht und den Austausch mit Ihnen!

Herzliche Grüße
Malte Stöckert