Wie wird die Vision des Unternehmens gelebt?

Podcastfolge #66

Heute reden wir mal über das Thema Organisationsstrukturen und da das ein sehr fades Thema ist oder sein kann, packen wir da noch ein bisschen mehr drauf: Kommunikation und die Vision. Was ist das eigentlich, die Vision eines Unternehmens? Und was hat das mit Kommunikation zu tun? Und was hat das mit der Organisationsstruktur zu tun? Und was hat das Ganze mit Prozessen zu tun? Nun, am Ende dieser Podcastfolge sollte das klarer sein …

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Problematische Ausgangslage

Alle Firmen haben unabhängig von ihrer Größe eine Vision. Doch

  • wie kann man diese Vision in die Kommunikation einfließen lassen?
  • wie integriert man die Vision in die Organisationsstrukturen?

Daran, ob die Mitarbeiter wirklich zu der Vision stehen und sie kenne, erkennt man, ob eine Firma funktioniert.

Es ist meiner Meinung nach die Aufgabe des Teamleiters dafür zu sorgen, dass das Team versteht, warum es gemeinsam auf einer Mission ist. Der Mission, die Vision des Unternehmens zu erfüllen.

Das Problem ist, dass es zwar meist eine Organisationsstruktur gibt, diese aber nicht zum Leben erweckt wird.

Bei der Vermittlung ist wichtig, dass die Informationen nicht einfach an die Mitarbeiter weitergegeben werden, sondern dass auch nachgefragt wird, wie sie das Mitgeteilte verstanden haben. Dass besprochen wird, wie es verinnerlicht und ins Tagesgeschäft integriert werden kann

Denn dank der gemeinsamen Vision können die Mitarbeiter innerhalb eines Teams und auch die Teams zusammen an einem Strang ziehen und ein Ziel anstreben.

Aber solange es dem Geschäftsführer nicht gelingt, seine Vision von dem, wie er die Welt sehen möchte, in die Belegschaft zu bringen, umso weniger interessiert, involviert werden seine Mitarbeiter sein.

Und wenn das nicht gegeben ist, verfolgen die einzelnen Mitarbeiter nur ihre eigenen Ziele oder wandern sogar ab. Der große Teil der Menschen möchte sich nämlich einbringen und einen sinnvollen Beitrag leisten.

Dieses Potential muss ein Unternehmen nutzen, sonst wird seine Vision obsolet. Das wird sich dann auch in den Produkten/Dienstleistungen widerspiegeln und unzufriedene Kunden zurücklassen.

Ebenso gefährlich für den Erfolg eines Unternehmens ist es, wenn der Chef die Arbeit an sich reißt und nicht in der Lage ist zu delegieren, weil er der Meinung ist, er könne es ja sowieso ein kleines bisschen besser und verstünde am besten, was die Vision ist.

Umso größer wird der Frust bei den Mitarbeitern sein, weil nicht nur nicht erklärt wird, warum sie eigentlich arbeiten, sondern weil sie in ihrem Arbeitsbereich gar nicht mehr entscheiden dürfen, sondern muss alles zum Chef tragen müssen. Damit findet so etwas wie eine Entmündigung statt.

Und wenn daraufhin erst die Talente gegangen sind, dann werden auch die Treuesten sich die Frage stellen, warum sie denn eigentlich hier sind, wenn sie nichts entscheiden dürfen?

Doch was hat das eigentlich mit Organisationsstrukturen zu tun?

Organisationsstrukturen werden immer deutlicher nur noch als das wahrgenommen, was wir heute unter Verwaltungsapparate verstehen, die dafür sorgen sollen, dass die Aufgaben oder das neue Projekt top down zu den Mitarbeitern durchgegeben wird. Und hier sind wir wieder mal einer One-Way-Kommunikation. Es geht immer nur top down. Es geht immer nur darum, das nächste Produkt oder das nächste Projekt zu lenken.

Es geht darum, dass jeder Einzelne seinen Beitrag dazu leisten soll. Aber erst wenn der Teamleader überhaupt in der Lage ist, zu verstehen, wie die Mitarbeiter auf seine Botschaften reagieren, erst dann wird er in der Lage sein, das sinnvoll umzusetzen, was von oben in sein Team hinein geschüttet wird.

Natürlich geht es auch darum, darüber zu diskutieren, was getan werden muss: Was ist der Inhalt der Arbeit? Welche Arbeitsschritte sind erforderlich? Welche Termine müssen eingehalten werden?.

Aber das aller Wichtigste ist, zu vermitteln, warum das Team die Arbeit überhaupt machen soll. Was ist der Sinn dahinter? Und je weniger ausgeprägt die Fähigkeit eines Teamleiter ist, dieses Warum vermitteln zu können, desto geringer wird auch die potenzielle Fähigkeit sagen, das Ziel überhaupt erreichen zu können.

Nur wenn es in einem Unternehmen eine Organisationsstruktur gibt, ist es überhaupt möglich, über Kommunikation zu reden. Auch nur dann ist eine bidirektionale Kommunikation möglich, bei der Teamleader zuhören müssen, was die Teammitglieder zu sagen haben; bei der Geschäftsführer zuhören müssen, was ihre Untergebenen ihnen zu sagen haben.

Und das alles kann man in Prozesse gießen und deswegen haben Vision, Mission, Organisationsstruktur und die innerbetriebliche Kommunikation sehr, sehr viel mit Prozessen zu tun.

Herzliche Grüße
Malte Stöckert