Die Angst vor der Wahrheit

Podcastfolge #54

Die Angst vor der Wahrheit treibt uns dazu, die Wahrheit verbiegen zu wollen, Dinge nicht auszusprechen und vor allem uns selbst zu belügen.
Erfahren Sie in dieser Podcastfolge wie ich als Kundenbetreuer für einen Automobilzulieferer mich dem stellen musste:

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Die Angst vor der Wahrheit treibt uns dazu, die Wahrheit verbiegen zu wollen, Dinge nicht auszusprechen und vor allem uns selbst zu belügen.

Als Kundenbetreuer für einen Automobilzulieferer war ich in der ersten Ansprechposition gegenüber dem Kunden, einem großen, deutschen Automobilhersteller. Jeden Morgen musste ich dort zum Rapport antreten und die Neuigkeiten aus der Produktion des Zulieferers melden. Leider waren die oft nicht positiv und ich musste mir von meinem Gegenüber alles Mögliche anhören, das dann auch den Standard der üblichen Gesprächsbasis sprengte, um es vorsichtig auszudrücken.

Das führte dazu, dass ich schon am Abend darüber nachdachte, welche Hiobsbotschaften ich am Morgen wieder überbringen musste. Nächtelang lag ich wach oder konnte nur sehr spät einschlafen. Nach drei Wochen war ich ein nervliches Wrack.

Das hatte natürlich Einfluss auf mein Privatleben, meine Beziehung kam an eine extrem kritische Stelle. Wenn das Handy klingelte, fuhr ich zusammen und dachte „Lass es bitte nicht der Kunde sein, der mich da anruft und wieder etwas will“.

Dann habe ich begonnen kleine Lügen einzubauen und den Stand als nicht so dramatisch darzustellen, wie er ist. Das half für den Moment, aber sofort musste ich überlegen, wie ich diese Lüge ausbügeln konnte. Das führte unweigerlich zu weiterem Stress und zu noch mehr Grübelei und zum Wachliegen im Bett. Das ging dann so weiter und es begleitete mich auch in meine Träume.

Die Angst vor der Wahrheit, wie schmutzig, dreckig und eklig sie auch sein mag, ist eines der größten Hindernisse, die das Zusammenarbeiten in Organisationen verschlimmert und dazu führt, dass weder an den richtigen Stellen geschraubt wird, noch dass überhaupt sinnvoll gearbeitet wird.

  1. Wenn Projekte aus dem Ruder laufen, wird das nicht gemeldet.
  2. Wenn Qualitätsmängel auftreten, wird das nicht gemeldet.
  3. Wenn Komponenten fehlen, damit produziert werden kann, wird das nicht gemeldet.

Bis eines Tages der große Knall kommt und dann müssen die Hosen runtergelassen werden.

Was ich daraus gelernt habe? Von Anfang an, immer konsequent das zu sagen, was ist. Nichts verschönern. Auch wenn sich das im Moment extrem schlecht anfühlt, so fühlt man sich danach freier und entspannter.

Mehr dazu erfahren Sie in meinem Buch „Nächster Halt: Unstoppable“. Gerne stehe ich Ihnen auch für einen persönlichen Austausch zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Malte Stöckert