Ist die Hoffnung tot?

Podcastfolge #61

In dieser Podcastfolge geht es um Liquidität. Es geht darum, (un)abhängig von Bankkrediten zu sein. Es geht um die Frage, was wirklich zu Insolvenz führt. Deshalb heißt diese Folge „Ist die Hoffnung tot?“

Podigee

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Neulich hat wieder ein Betrieb in meiner Region Insolvenz angemeldet, ein Schiffausrüster für Luxus-Yachten. Vordergründig ist klar, warum das passiert ist. Wahrscheinlich waren einige Teile aus Fernost für längere Zeit nicht verfügbar. Wahrscheinlich gab es zu wenige Aufträge, weil die reichen Leute momentan eben nicht reisen können.

Aufgrund der Situation war die Auftragsauslastung nicht gegeben und die Personalkosten zu hoch. Auch von anderen Unternehmern höre ich immer wieder, dass sie am Ende oder auch während des Monats Liquiditätsprobleme haben. Und ich kenne das Problem auch nur zu gut.

Konsequenzen für den Abteilungsleiter oder Geschäftsführer

▲ Auf seinen Körper: schlaflose Nächte führen zu andauernden Müdigkeit, Abfall der Leistungsfähigkeit, Konzentrationsproblemen, aber auch zu mangelnder Bewegung, Gewichtszunahme und Unausgeglichenheit

▲ Auf seine (privaten) Beziehungen: Unwohlsein führt zu schlechte Laune, geringer Kommunikation und Vermeiden (enger) Kontakte; das wiederum fördert das stärker werden negativer Gedanken usw.

Die Annahme, selbst das Problem zu sein und der Versuch, das alles alleine zu schaffen, führen letztlich nur dazu, dass man kapituliert und alles geschehen lässt. Mal schauen was passiert. Schließlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt

Die meisten Insolvenzen passieren nicht, weil es einen äußeren Umstand gibt, sondern weil nicht genau genug hingeschaut wird!

Hoffen hat aber noch niemals zu Resultaten geführt. Hoffen hilft überhaupt nicht. Hoffen ist an und für sich komplett unnötig, denn wir können unsere Zukunft nicht auf eine Hoffnung aufbauen. Die Zukunft kann nur auf verlässliche Prognosen, auf Zahlen, Daten und Fakten aufgebaut werden.

Tipp 1 – Genau hinschauen

Woher kommen die Defizite? Gebe ich zu viel Geld aus oder stimmen die Einnahmen nicht? Was machen denn Ihre Angestellten? Warum funktioniert das nicht? Warum erzielt das Marketing nicht die gewünschten Ergebnisse? Warum funktioniert es mit dem Kunden nicht? Warum springen die ab? Ist das Angebot nicht attraktiv genug etc.?

Nur wenn Sie diesen Fragen gründlich nachgegangen sind und die nötigen Zahlen, Daten und Fakten gesammelt habe, können Sie nachhaltige Entscheidungen treffen.

Tipp 2 – Regelmäßige Einblicke in Ihre finanzielle Lage

Informieren Sie sich am besten an jeden Montagmorgen – mdst. aber einmal in der Woche – darüber, wie Ihre finanzielle Lage aussieht:
Wo stehen unsere Gehälter? Welche Kundenaufträge haben wir gerade draußen? Welche Kundenaufträge sind abrechnungsfähig? Welche Lieferanten habe ich? Müssen davon welche diese Woche bezahlt werden? Gibt es Engpässe, weshalb wir Aufträge nicht ausführen können? Was können wir dagegen unternehmen? Gibt es Ausgaben, die verringert werden könnten? Etc.

Erstellen Sie dann eine Liste von all den Posten, die Sie jeden Montag überprüfen möchten.

Tipp 3 – Ausblick generieren

Wie sieht es im nächsten Monat idealerweise, aber auch schlechtester Weise aus? Wie in drei, sechs oder zwölf Monaten? Was muss ich jetzt unternehmen, damit ich in einem Monat keinen Liquiditätsengpass mehr habe? Müssen dafür z.B. die Preise für die nächsten Kundenaufträge erhöht werden?

Nicht nur die Daten der aktuellen Lage, sondern auch Ihre auf Fakten begründete Prognose hilft Ihnen dabei zu erkennen, welche Maßnahmen und Entscheidungen jetzt nötig sind. So kann es auch eine Maßnahme sein, einen Prozess zu etablieren, der dafür sorgt, dass alle ausstehenden Rechnungen pünktlich bezahlt werden.

Tipp 4 – Delegation

Wenn Sie einige Montage hintereinander Ihre Liste durchgegangen sind und ggf. noch ergänz haben, dann delegieren Sie diese Aufgabe an jemanden, dem Sie vertrauen und der ganz akribisch mit Zahlen umgehen kann.
Denn es gibt sie, diese Menschen, die Zahlen im Kopf haben und sich damit auseinandersetzen können; akribisch jeden Cent zusammenzählen können und gerne Listen erstellen.

Wenn diese Person Ihnen dann jeden Montag die Liste vorlegt, können Sie auf Basis dieser Aufstellung wieder neue Entscheidungen treffen, die Sie langfristig frei von Angst machen. Denn es sind ja nur Daten und Fakten.

Wir Prozesse Ihnen dabei helfen

Wie Prozesse Ihnen dabei helfen können, wurde bereits in den oben genannten Tipps beschrieben. Es geht vielmehr darum zu erkennen, was alles ein Prozess ist. Denn jede Routine wie die am Montagmorgen ist ein Prozess:

▲ Die Aufstellung der Kosten und der potentiellen Einnahmen ist ein Prozess.
▲ Das Delegieren der Aufstellung an jemanden anderen ist ein Prozess.
▲ Das Sich-bewust-machen, was wirklich die Realität ist, ist ebenfalls ein Prozess. Man kann es auch als Persönlichkeitsentwicklung bezeichnen.

Oft wird nach Prozessen gearbeitet, ohne uns dessen bewusst zu sein. Dadurch kann es passieren, dass sie im Team nicht richtig kommuniziert oder aber nicht konsequent eingehalten werden. Damit genau das in Ihrem Unternehmen nicht passiert, habe ich zusammen mit meinem Team das Coaching-Programm „Trust The Process“ ins Leben gerufen.

Herzliche Grüße
Malte Stöckert